Auf dem Gelände des Badminton Estate in South Gloucestershire, Groß-Britannien, dem Sitz des Duke of Beaufort, wurde am Wochenende Geschichte geschrieben. Noch nie in der 77-jährigen Geschichte der Mars Badminton Horse Trials hatte es das gegeben, was die britische Reiterin Rosalind Canter und ihr Top-Pferd Lordships Graffalo schafften – nämlich ein Triple. Nie zuvor hatte es jemand geschafft, auf ein und dem selben Pferd drei Mal das legendäre fünf Sterne-Turnier in Badminton zu gewinnen.
Badminton gehört traditionsgemäß zu den schwersten Vielseitigkeitsprüfungen der Welt und es wurde auch in diesem Jahr seinem Ruf durchaus gerecht. Von den ursprünglich 61 Reiterinnen und Reitern beendeten 40 die Prüfung in Wertung, acht gaben im Gelände auf, weitere sechs schieden im Cross aus.
Von Anfang an war Rosalind Canter in the lead. Die 40-jährige Mannschafts-Olympiasiegerin von Paris und Einzel- sowie Mannschafts-Weltmeisterin von Tryon setzte sich direkt in der Dressurprüfung an die Spitze des Feldes. Ein Ergebnis von 76,28% bedeuteten das tolle Ergebnis von 23,7%.
Nach der Dressur lagen die US-Amerikanerin Tiana Coudray mit Cancaras Girl auf dem zweiten Rang (28,1 Punkte), gefolgt von Belgiens Lara de Liederkerke-Meier mit Hooney D’Arville (28,6%).
Der von Eric Winter gebaute Geländekurs wirbelte das Feld jedoch ab Platz zwei gut durcheinander. Wenngleich technisch hochanspruchsvoll, kam es nur zu wenigen Stürzen: Caroline Powells High Time stürzte an Hindernis 28, Cassie Sangers Redfield Fyre an Hindernis 20 (beide Stürze gingen glimpflich ab) und drei Reiter räumten den Sattel: Luc Chateau (FRA), Wouter de Cleene (BEL) und Harry Meade (GBR).
Unangefochten an der Spitze blieb jedoch Rosalind Canter, die mit ihrem vierbeinigen Olympiapartner eine Nullrunde im Cross hingelegt hatte. Insgesamt schafften es sieben Kombination, den Cross mit seinen 32 Hindernissen fehlerfrei und ohne Zeitfehler zu bewältigen.
Im abschließenden Springen bewies Rosalind Canter dann eiserne Nerven, ließ sich Zeit und kam ohne Springfehler, aber mit zwei Zeitstrafpunkten ins Ziel. Ihr Endergebnis von 25,7 Punkten bedeute den Sieg mit über acht Punkten Vorsprung. Zweiter mit einem Ergebnis von 33,9 Punkten (29,9 nach der Dressur plus 4 Zeitstrafpunkte aus dem Gelände) wurde der Neuseeländer Tim Price mit seinem schon 17-jährigen Hannoveraner Falco Zweiter; Harry Meade und sein zweites Pferd Annaghmore Valoner wurden mit einem Ergebnis von 35,1 Punkten (30,3 + 0 + 4,8) Dritte.
Damit hatte sich Rosalind Canter zusammen mit dem 14-jährigen Grafenstolz-Sohn Lordships Graffalo nach 2023 und 2025 den dritten Badminton-Sieg erritten. Übrigens haben sich nach 2017, als der Sieger Andrew Nicholson hieß, nur noch Reiterinnen in die ewige Siegerliste von Badminton eingetragen. Dieser Triumph ist um so bedeutender, wenn man bedenkt, dass Ros Canter erst Ende Januar 2026 ihre zweite Tochter Seneh zur Welt gebracht hat und nach nur 16 Wochen in Top-Form wieder zurück im Sattel ist.






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